Aus Biogas wird Erdgas

Damit Biogas in das Erdgasnetz gelangen kann, darf es sich nicht mehr von Erdgas unterscheiden.

Es gibt technische Randbedingungen, die man beim Einspeisen von Biogas in ein Erdgasnetz beachten muss. Der Brennwert muss dem im Transportnetz enthaltenen Erdgas entsprechen. Nur so ist es für die verschiedenen Erdgasanwendungen, die alle genau auf die lokal vorhandene Gasqualität eingestellt sind, geeignet. Das Spektrum reicht von den Erdgasheizungen in Haushalten über industrielle Anwendungen mit komplexen Produktionsprozessen bis hin zum Einsatz in Gasmotoren zur stationären Strom- und Wärmeerzeugung oder als Antriebsenergie für Fahrzeuge.

Erdgas ist der Maßstab.

In allen Fällen reagiert die Technik höchst empfindlich auf Schwankungen der Erdgasqualität. Qualitätsschwankungen würden den Wirkungsgrad der Anlagen beeinträchtigen und die Umwelt unnötig belasten. Auch die Sicherheit könnte gefährdet sein, wenn Gas beispielsweise nicht vollständig verbrennt und Kohlenmonoxid entsteht. Die Wobbezahl des Mischgases aus Bio- und Erdgas darf laut DVGW-Regelwerk bei H-Gas um +0,7/-1,4 schwanken (Nennwert 15 kWh/m3) und bei L-Gas um +0,6/-1,4 (Nennwert 12,4 kWh/m3).

Gerechtigkeit bei der Abrechnung ist gewährleistet.

Unabhängig von möglichen technischen Problemen ist eine unkontrollierbare Mischung von Gasen mit verschiedenen Energieinhalten in einem Verteilnetz nicht mit dem Eichgesetz zu vereinbaren. Der Abrechnungsbrennwert darf nur um 1 Prozent schwanken. Zum Schutz der Verbraucher sieht das Eichrecht eine abnehmerscharfe Zuordnung der Brennwerte des gelieferten Gases vor. Nur so ist eine Abrechnungsgerechtigkeit gegeben, die sichergestellt, dass jeder Erdgaskunde nur die Energiemenge bezahlt, die er auch erhalten hat.

Mischung macht Biogas kompatibel mit Anlagen und Eichgesetz.

Wir haben gemeinsam mit dem Gaswärmeinstitut (GWI), Essen, eine technische Lösung entwickelt, die umweltschonend erzeugtes Biogas mit Erdgas in unseren Marktgebieten kompatibel macht. Nähere Informationen zur Erreichung von L-Gas- und H-Gas-Qualität geben Ihnen unsere Ansprechpartner im Netzvertrieb. Bitte sprechen Sie uns an.

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Ökologischer Vorteil

Biogas aus heimischem Anbau schont die Umwelt

Das Kyoto-Protokoll legt fest, dass der Ausstoß von Treibhausgasen reduziert werden muss. EU-weit sollen Treibhausgase bis zum Jahr 2020 um acht Prozent reduziert werden.

Anders als bei fossilen Brennstoffen ist die CO2-Bilanz von Biogas bezogen auf die Verbrennung neutral.

Es wird aus kurzfristig nachwachsenden Rohstoffen, wie Mais und Getreide gewonnen. In der Wachstumsphase binden diese Pflanzen die gleiche Menge CO2 aus der Atmosphäre, die bei der Verbrennung freigesetzt wird. Fossile Energieträger dagegen setzen bei der Verbrennung heute CO2 frei, das vor Millionen von Jahren gebunden wurde. Bezogen auf die Gegenwart gelangt dieses CO2 zusätzlich in die Atmosphäre.

Auch der standortnahe Anbau des nachwachsenden Rohstoffes entlastet unser Klima.

Das Biomaterial zur Biogaserzeugung wächst in der Regel auf den Feldern im jeweiligen Umfeld der Biogasanlage. Es wird vor Ort geerntet und ohne großen Energieeinsatz zur Biogasanlage transportiert.